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Visa plant sich vom Glücksspielmarkt zurückzuziehen

Viele Banken und Zahlungsdienste arbeiten mit Online Casinos und Buchmachern zusammen, obwohl sich viele Glücksspielanbieter in einer rechtlichen Grauzone bewegen. In diesem Jahr sollen zwar deutsche Lizenzen für viele Online Casinos vergeben werden. Doch es gibt auch viele Seiten, die mit anderen Lizenzen agieren, die umstritten sind.

Der Kreditkartenanbieter Visa hat nun einen Entschluss gefasst: Man möchte sich aus dem Glücksspielgeschäft zurückziehen. Werden andere Anbieter folgen? Und welche alternativen Zahlungsmethoden können Spieler in Online Casinos nutzen? Wir haben uns angesehen, wie die aktuelle Lage nun für Spieler und Banken künftig aussehen könnte.

Kreditkarten-Zahlungen werden fortan untersagt

Nicht nur Visa möchte in Online Casinos nicht mehr vertreten sein, auch im Hause MasterCard hat man sich entschieden, dem Online-Glücksspielmarkt den Rücken zu kehren. Das jedenfalls gilt für den deutschen Markt. Viele Casinos nehmen die neuen Regelungen ernst. Einige Casinos haben sich auch direkt bei der Eröffnung dafür entschieden, Visa und MasterCard aus dem Sortiment zu nehmen. Auf Vergleichsportalen wie Casinopilot24 zeigt sich ebenfalls, dass es mittlerweile immer mehr Online Casinos gibt, die ohne Visa und MasterCard funktionieren.

Ein gutes Beispiel dafür, dass Ein- und Auszahlungen ohne Kreditkarten sicher abgewickelt werden können, sind sogenannte Pay N Play Casinos. Diese Plattformen werden auch Casinos ohne Konto genannt. Denn hier braucht der Spieler keinen Account, um Geld ein- und auszahlen zu können und um echtes Geld zu zocken. Transaktionen werden über den Online-Zahlungsanbieter Trustly abgewickelt, welcher bei diesen speziellen Casinos gleichzeitig als Login fungiert. Entsprechend kann Guthaben gespeichert werden, Gewinne ebenso. Der Spieler entscheidet selbst, wann er seine Gewinne oder sein Guthaben wieder auszahlen möchte.

Seriöse Alternativen zu MasterCard und Visa

Glücksspielfans müssen nun nicht den Kopf in den Sand stecken. Obwohl Visa und MasterCard zwei der beliebtesten Zahlungsmethoden in Online Casinos waren, gibt es jede Menge Alternativen. Bei jeder Zahlung, die online getätigt werden soll, gilt es aber, die Plattform vorab unter die Lupe zu nehmen. Denn schwarze Schafe gibt es leider noch immer zuhauf. Wer sich also für eine Einzahlung mit einer alternativen Zahlungsmethode entscheidet, sollte auf den allgemeinen Ruf der Glücksspielseite sowie die aktive Glücksspiellizenz achten.

Möchte man eine Sportwette abschließen oder Casino Spiele spielen, können weiterhin Kreditkarten von E-Börsen genutzt werden. Darüber hinaus verfügen seriöse Buchmacher und Online-Casino-Betreiber in der Regel mittlerweile über ein breites Portfolio an Zahlungsmethoden. Gängig sind zum Beispiel MuchBetter, Trustly, Neteller, Skrill, Klarna oder sogar Bitcoin. PayPal ist in Deutschland ebenfalls eine sehr beliebte Online-Zahlungsmethode. Doch ähnlich wie bei Visa und MasterCard müssen Spieler mittlerweile leider auf diese Zahlungsmethode verzichten. Denn auch bei PayPal hat man sich dazu entschieden, sich aus dem Glücksspielgeschäft zurückzuziehen.

Behörden machen den Dienstleistern Druck

Visa, MasterCard und PayPal waren bereits seit geraumer Zeit im Visier der Behörden. Nun hat die Aufsichtsbehörde erreicht, was sie wollte, denn einige Zahlungsmethoden verschwinden aus den Online Casinos. Spieler zeigen sich verwundert, dass in einigen Casinos plötzlich Zahlungsmethoden fehlen. Auf anderen Seiten dagegen sind umstrittene Zahlungsmethoden auch weiterhin anzutreffen. Die Behörde erinnert die Glücksspielanbieter derweil immer wieder daran, dass man als Zahlungsdienstleister nur lizenzierte und legale Transaktionen verarbeiten dürfe. Das wiederum steht im Widerspruch zu den internationalen Online Casinos, die ohne deutsche Lizenz agieren.

Damit beobachten wir auch im Bereich der Zahlungen ähnliche Szenen wie bei den Glücksspiellizenzen selbst: Die Bundesländer sind sich weiterhin uneinig, wie streng die neuen Gesetze für dieses Jahr ausfallen sollen. Online-Glücksspiele sollen legal werden, aber wer soll über die Plattformen wachen und was geschieht mit den EU-Casinos? Aktuell werden diese weiterhin geduldet, sollen sich aber den deutschen Richtlinien fügen. Dass das de facto nicht immer der Fall ist, zeigt sich nicht nur im Bereich der Zahlungsmethoden: Auch bestimmte Spiele und Sportwetten, die Glücksspielseiten mit deutscher Lizenz nicht mehr anbieten dürfen, gibt es auf Plattformen mit internationalen Lizenzen noch immer. Casinos und Buchmacher, die ihre Lizenz aus Curacao oder von der Malta Gaming Authority haben, scheinen sich der neuen Gesetzgebung also nicht beugen zu wollen.

Während sich einige Online-Casino-Betreiber und Sportwetten-Anbieter vorbildlich verhalten, mauern andere. Sie berufen sich auf die Dienstleistungsfreiheit in der EU. Dass nun aber immer mehr Zahlungsmethoden gestrichen werden, ist neu. Sicher ist dies nicht immer im Sinne der Seitenbetreiber. Stattdessen sind hier die Kreditkarteninstitute aktiv geworden. Denn Visa und MasterCard haben wegen des Drucks der Aufsichtsbehörden selbst entschieden, von der Zahlungsmethoden-Liste vieler Glücksspielseiten gestrichen zu werden.

Alles in allem bleibt es aber weiterhin spannend in der Welt des Online-Glücksspiels. Für Spieler ist die Lage weitestgehend undurchsichtig. Der Spielerschutz sollte an erster Stelle stehen, weshalb verschärfte Regeln und Maßnahmen ihre Berechtigung haben. Auf der anderen Seite scheint der Plan der Bundesländer aber an einigen Stellen immer wieder wenig durchdacht zu sein, ebenso herrscht viel Uneinigkeit. Umso interessanter ist es, dass Zahlungsanbieter wie PayPal, Visa und MasterCard jetzt selbst aktiv werden und für mehr Klarheit sorgen. Spieler können aber auch weiterhin viele andere Zahlungsmethoden auf Glücksspielseiten vorfinden, die gute Alternativen zu Kreditkarten oder der E-Börse PayPal sind. Wie sich der Markt in den nächsten Monaten entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

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